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Wie ich mit KI entwickle — und warum gute Software so entsteht

Software, die mit KI gebaut wird, entsteht anders als ein klassisches Projekt: nicht Plan, dann Umsetzung, sondern bauen, um zu lernen. Warum das lauffähige System der eigentliche Vorschlag ist — und warum es wenig Sinn ergibt, jeden Schritt vorab abzunehmen.

Georgy Butaev4 min
Wie ich mit KI entwickle — und warum gute Software so entsteht

Wer die Revamp-IT-Plattform benutzt, sieht das Ergebnis: einen Marktplatz, eine IT-Hilfe, die Geräte-Erfassung, die Zeiterfassung, acht Sprachen. Was man nicht sieht, ist die Art, wie das entstanden ist. Und weil diese Art oft missverstanden wird, ist dieser Beitrag ein Blick in die Werkstatt — nicht auf das Was, sondern auf das Wie.

Klassische Software: erst der Plan, dann der Bau

Die vertraute Vorstellung von Softwareentwicklung geht so: Man schreibt eine Spezifikation, stimmt sie ab, teilt die Arbeit in Aufgaben, und dann baut ein Team über Wochen das Vereinbarte. Der Plan kommt zuerst, die Umsetzung folgt. Wer so arbeitet, kann jeden Schritt vorab beschreiben und absegnen lassen, weil das Ergebnis am Anfang schon feststeht.

Dieses Modell hat seine Berechtigung — für grosse Teams, für Systeme, deren Anforderungen klar und stabil sind. Aber es ist nicht das einzige Modell, und für die Art von Arbeit, um die es hier geht, ist es das falsche.

Entwicklung mit KI: bauen, um zu lernen

Wenn eine einzelne Person mit KI-Werkzeugen entwickelt, kehrt sich die Reihenfolge um. Man baut nicht, weil der Plan fertig ist — man baut, um herauszufinden, was der richtige Plan überhaupt ist. Ein Prototyp, der früher eine Woche gekostet hätte, entsteht in ein paar Stunden. Man probiert eine Idee aus, sieht sie laufen, verwirft sie oder behält sie. Die Erkenntnis entsteht im Bauen, nicht davor.

Das ist keine Nachlässigkeit, sondern die Stärke der Methode. Über die Plattform sind so mehr als 1'500 einzelne, nachvollziehbare Änderungen entstanden — jede in der Versionsgeschichte festgehalten, jede einzeln überprüfbar. Nicht ein grosser Wurf nach monatelanger Planung, sondern viele kleine, sichtbare Schritte, von denen jeder das Ganze ein Stück besser gemacht hat.

Warum das Vorab-Absegnen hier nicht passt

Hier liegt der häufigste Reibungspunkt. In der klassischen Welt gilt: Bevor du etwas tust, klär es mit dem Team. Das ist vernünftig, wenn das Ergebnis vorher feststeht. Es ergibt aber wenig Sinn, wenn der Sinn der Arbeit gerade darin besteht, etwas herauszufinden, das man vorher nicht wissen konnte.

Man kann ein Experiment nicht sinnvoll vorab abnehmen, dessen Ergebnis noch niemand kennt — auch der nicht, der es macht. Was man abnehmen kann, ist das Resultat: das lauffähige Stück Software, das man anschauen, ausprobieren und beurteilen kann. Genau darum ist bei dieser Arbeitsweise nicht der Plan die Einheit der Überprüfung, sondern das fertige, sichtbare Ergebnis.

Und dieses Ergebnis ist maximal offen gelegt. Alles läuft live auf revampit.orangecat.ch. Jede Änderung steht in der Versionsgeschichte. Nichts passiert im Verborgenen. Das lauffähige System ist der Vorschlag — und der ist für alle einsehbar und für alle kritisierbar.

Zusammenarbeit hat hier eine andere Form — nicht weniger davon

Es wäre ein Missverständnis, aus dieser Arbeitsweise zu schliessen, dass hier jemand ohne Rücksicht auf andere vor sich hin arbeitet. Das Gegenteil ist der Fall. Diese Methode ist radikal transparent: Jeder kann jederzeit sehen, was gebaut wurde, es benutzen und sagen, was er davon hält. Die Rückmeldung kommt nicht vor der Arbeit, sondern am konkreten, funktionierenden Resultat — und dort ist sie am wertvollsten, weil man über etwas Reales redet und nicht über eine Absichtserklärung.

Feedback ist ausdrücklich willkommen. Was sich unterscheidet, ist nur die Reihenfolge: nicht «erst absegnen, dann bauen», sondern «bauen, zeigen, dann gemeinsam beurteilen». Wer eine bessere Idee hat, sieht sofort, woran sie sich messen lässt — am laufenden System, nicht an einer Folie.

Der Beweis ist die Plattform

Am Ende zählt nicht, wie man über Arbeitsweisen redet, sondern was dabei herauskommt. Aus drei getrennten Alt-Systemen ist eine zusammenhängende Plattform geworden, die heute läuft, mehrsprachig ist und den ganzen Weg vom gespendeten Altgerät bis zur neuen Besitzerin abbildet. Das ist in dieser Zeit, mit diesen Mitteln, kein Ergebnis von endlosen Abstimmungsrunden — es ist das Ergebnis einer Arbeitsweise, die schnell baut, alles offenlegt und sich am Resultat messen lässt.

Wer wissen will, wie ich arbeite, muss nicht auf mein Wort vertrauen. Es steht alles offen da: unter revampit.orangecat.ch, und Zeile für Zeile in der Versionsgeschichte.

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